Liebe Leser:innen,
Österreich hat sich ein klares Ziel gesetzt: eine nachhaltige und klimaneutrale Wirtschaft bis 2040. Damit nimmt das Land eine Vorreiterrolle in Europa ein. Um dieses Ziel zu erreichen, muss auch die Bauwirtschaft den Schritt vom linearen zum zirkulären Bauen konsequent gehen. Denn sie gehört zu den ressourcenintensivsten Branchen und verursacht einen erheblichen Anteil des Abfallaufkommens.
Die vorliegende Studie kreislaufwirtschaft:bauen wurde von der Technischen Universität Wien erarbeitet und zeigt auf, welche Potenziale in diesem Wandel liegen. STRABAG hat diese Studie initiiert, weil wir überzeugt sind, dass die Bauwirtschaft über einen der größten Hebel für eine nachhaltige Zukunft in Österreich verfügt – und dieser Beitrag in der öffentlichen Debatte noch immer zu wenig Beachtung findet. Kreislaufwirtschaft wird oft auf Recycling reduziert. Doch das greift zu kurz: Die größeren Potenziale liegen bereits im zirkulären Planen, im ressourcenschonenden Bauen, im Erhalt von Bauwerken, in der Wiederverwendung von Bauteilen sowie in der Verlängerung von Lebensdauern. Um diese Potenziale zu heben, braucht es mehr als gute Absichten. Es braucht verlässliche Daten, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse und einen klaren Handlungsrahmen.
Die Studie untersucht die Chancen des hochwertigen Recyclings und des Re-Use von Materialien. Dabei wird deutlich: Kreislaufwirtschaft und Wirtschaftlichkeit gehen Hand in Hand. Wer Gebäude und Materialien über ihren gesamten Lebenszyklus und darüber hinaus betrachtet, schafft die Grundlage für mehr Ressourceneffizienz, langfristige Wertschöpfung und größere Unabhängigkeit – etwa von globalen Lieferketten und begrenzten Deponiekapazitäten.
Die österreichische Bauwirtschaft ist noch weit davon entfernt, flächendeckend zirkulär zu bauen. Die Studie liefert daher auch eine Bestandsaufnahme der bestehenden Herausforderungen. Gemeinsam mit der TU Wien wollen wir eine belastbare Grundlage schaffen, um notwendige Standards weiterzuentwickeln, regulatorische Rahmenbedingungen anzupassen und den Wandel hin zu einer echten Kreislaufwirtschaft im Bauwesen zu beschleunigen. Denn die Transformation unserer Branche ist nicht nur eine wirtschaftliche Chance, sondern eine Verantwortung gegenüber kommenden Generationen.
Mein besonderer Dank für die wissenschaftliche Expertise gilt Iva Kovacic, Professorin für Integrale Planung und Institutsvorständin des Instituts für Hoch- und Industriebau sowie Helmut Rechberger, Professor für Abfallwirtschaft und Ressourcenmanagement und Institutsvorstand des Instituts für Wassergüte und Ressourcenmanagement.
Ich wünsche Ihnen eine inspirierende Lektüre und hoffe, dass die Ergebnisse wichtige Impulse für den weiteren Dialog und für eine zukunftsfähige Bauwirtschaft geben.
Ich bin überzeugt: Das Schließen von Materialkreisläufen wird zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für die Zukunft unserer Branche. Das wird uns nur gemeinsam gelingen – mit einem klaren Bekenntnis von Bauwirtschaft, Politik, Planenden und Auftraggeber:innen.
Ich bin überzeugt: Das Schließen von Materialkreisläufen wird zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für die Zukunft unserer Branche. Das wird uns nur gemeinsam gelingen – mit einem klaren Bekenntnis von Bauwirtschaft, Politik, Planenden und Auftraggeber:innen.
kreislaufwirtschaft:bauen - Ein Vorwort
von Stefan Kratochwill (STRABAG CEO)