Ausbau von nachhaltigem Wasserstoff
In Bruck an der Leitha entsteht eine riesige Elektrolyseanlage mit einer Leistung von 140 Megawatt im Auftrag von OMV. STRABAG und Siemens Energy bündeln ihre Kompetenz für Planung und Bau der Anlage, die nach Fertigstellung mithilfe von Wind-, Solar- und Wasserkraft jährlich bis zu 23.000 Tonnen grünen Wasserstoff für die Industrie produzieren wird. Damit wird sie die aktuell größte Anlage in Österreich und eine der größten Elektrolyseanlagen Europas.
Wasserstoff ist ein vielseitiges Element und klimaneutral in der Herstellung, wenn bei der Produktion auf erneuerbare Energieträger gesetzt wird. Der erzeugte grüne Wasserstoff wird direkt für die Raffinerie Schwechat eingesetzt. So werden Kraftstoffe, chemische Produkte und Produktionsprozesse nachhaltiger gestaltet und die CO₂‑Emissionen des Standorts reduziert.
Was ist eine Elektrolyseanlage?
Eine Elektrolyseanlage spaltet Wasser durch die Hilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff auf. Die Technik und der spezifische Aufbau einer solchen Anlage ist ein hochkomplexes System, dass ideal aufeinander abgestimmt sein muss, um reibungslos zu funktionieren. Wasser- und Stromfluss müssen jederzeit gewährleistet werden und die Gebäudetechnik störungsfrei laufen.
Der Elektrolyseur selbst ist das Herzstück einer solchen Industrieanlage. Die zwei häufigsten Technologien, die in einer Elektrolyseanlage eingesetzt werden, sind Proton Exchange Membrane (PEM) und alkalische (AEL) Elektrolyseure. Bei der AEL wird eine chemische Lauge für die Wasserstoffherstellung genutzt. Für dieses Projekt wird die PEM-Technologie verwendet, bei welcher keine zusätzlichen Chemikalien in der Wasserstofferzeugung eingesetzt werden.
Wie funktioniert eine Elektrolyseanlage?
Wassermoleküle (H2O) bestehen aus Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2). Elektrolyse ist bisher die gebräuchlichste Methode, um Wasser durch Strom in die gasförmigen Bestandteile zu spalten. Der Elektrolyseur selbst besteht aus Zellpaketen (Anode, Membrane, Kathode), welche zu sogenannten Stacks geschichtet werden. Das Wasser für die Elektrolyse muss eine niedrige Leitfähigkeit besitzen und wird dementsprechend vor Verwendung aufbereitet, um Fremdstoffe herauszufiltern.
Was ist grüner Wasserstoff?
Wenn für die Erzeugung von Wasserstoff Strom aus erneuerbaren Energien genutzt wird, sprechen wir von grünem Wasserstoff. Wird der Wasserstoff aus fossilen Quellen wie zum Beispiel Erdgas unter Freisetzung von CO2 gewonnen, ist es grauer Wasserstoff. Grüner Wasserstoff ist in der Herstellung emissionsfrei, da als Nebenprodukt lediglich Sauerstoff entsteht. Zudem kann er auf verschiedene Arten genutzt werden – etwa bei der Energieversorgung, in industriellen Prozessen oder als Treibstoff für Schwerlastverkehr. Perspektivisch könnte Wasserstoff sogar unsere Baumaschinen antreiben: In unserem Kanzelsteinbruch Gratkorn testen wir den weltweit ersten Wasserstoff-Radlader von Liebherr für zwei Jahre im Praxisbetrieb und tanken dafür an unserer eigenen Betriebstankstelle grünen Wasserstoff.
Grüner Wasserstoff zur Dekarbonisierung der Industrie
Projektdaten auf einen Blick
Großprojekte sind unsere DNA
Elektrolyseure sind echte Hightech-Anlagen: Für den Bau und Anschluss vereint STRABAG ihre bauliche Kompetenz mit dem technischen Know-how von Siemens Energy. Bei einer Elektrolyseanlage muss alles perfekt aufeinander abgestimmt sein, um einen reibungslosen Prozess zu ermöglichen. Der Durchfluss des Wassers und die Stromversorgung müssen genauso funktionieren, wie die gesamte Gebäudetechnik. Dazu zählt etwa die Kühlung der Industriehalle, in welcher der Elektrolyseur selbst aufgestellt wird. Wir bauen eine sichere Hülle für die zentralen Komponenten von Siemens Energy. So sorgen zwei starke Partner dafür, dass die Industrieanlage nach Fertigstellung ohne Probleme und in optimaler Stärke läuft.
Das Projekt hat Vorreiterstellung in Österreich – und das nicht nur, weil es sich um die mit Abstand größte Anlage des Landes handelt. Insgesamt wird noch viel zu wenig grüner Wasserstoff lokal erzeugt. In Bruck an der Leitha wird OMV die Anlage direkt über eine 22 Kilometer Wasserstoffpipeline mit ihrer Raffinerie in Schwechat verbinden.
STRABAG realisiert im Bereich der erneuerbaren Energien komplexe Projekte wie den Bau der Stromtrassen in Deutschland oder die weltweite Errichtung von Wind- und PV-Parks.