Wir bauen umweltschonend mit Recycling-Beton

R-Beton: ein Schlüssel zum kreisgerechten Planen und Bauen
Foto von Split aus dem Steinbruch, die Basis für Recyclingbeton © STRABAG
© STRABAG

Wir setzen auf ressourcenschonende Baustoffe zur Realisierung nachhaltiger Bauprojekte

Für die STRABAG-Gruppe und ihre deutsche Tochtergesellschaft ZÜBLIN ist die Nutzung von Recycling-Beton (R-Beton) ein wichtiger Baustein zur gezielt ressourcenschonenden Realisierung von Bauprojekten. Angesichts zunehmend knapper Primär-Rohstoffe ist die systematische Wiederverwertung und -verwendung von Bauschutt ein wesentlicher Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie.

Recycling-Beton (auch: ressourcenschonender Beton) wird zu einem maßgeblichen Teil mit dem Zusatz recycelter Gesteinskörnung produziert. Das heißt: In seiner Herstellung ersetzt wiederaufbereiteter Bauschutt (Betonabbruch und Bauwerkssplitt) die zunehmend knappen Beton-Rohstoffe wie Sand, Kies und Splitt. R-Beton trägt zum einen dazu bei, den Verbrauch von bisher stark genutzten Primärressourcen systematisch zu verringern. Zum anderen ist der Einsatz von Recycling-Beton im Hochbau ein maßgeblicher Schritt auf dem Weg zum kreislaufgerechten Planen und Bauen – mit idealerweise geschlossenen Materialkreisläufen.

Grafik Prozesskreislauf: so ist Beton recyclebar
Die Wiederaufbereitung von Betonabbruch und Bauwerkssplitt zu Recycling-Beton ist ein großer Schritt auf dem Weg zu geschlossenen Materialkreisläufen in der Bauwirtschaft.

Kurze Transportwege steigern ökologische Qualität

Für die CO2-Bilanz von R-Beton ist die Länge der nötigen Transportwege entscheidend. Das heißt: Je kürzer die Entfernungen zwischen Abbruch, Aufbereitung und Wiedereinbau, desto CO2-sparender und mithin nachhaltiger ist der Einsatz des Recycling-Betons. Eine geringe Transportentfernung ist also mitentscheidend für die ökologische Qualität von R-Beton. Die dafür passende Infrastruktur findet sich vor allem in Ballungsräumen.

Foto vom Landratsamt Esslingen, ein Pilotprojekt für kreislaufgerechtes Bauen © Ed. Züblin AG
Das neue Landratsamt Esslingen hat ZÜBLIN als Pilotprojekt für kreislaufgerechtes Bauen schlüsselfertig realisiert. Dabei sind allein knapp 13.000 Kubikmeter Recycling-Beton verbaut worden.

Einsatz im Hochbau auch für tragende Teile möglich

Das Potenzial von Recycling-Beton im Hochbau ist groß: Er kann, technisch gesehen, auch für tragende Bauteile eingesetzt werden. Insgesamt eignet sich recycelte Gesteinskörnung für die Herstellung eines großen Teils der normierten Betonsorten, die z.B. in Deutschland eingesetzt werden. Ihren spezifischen Eigenschaften kann in der Herstellung durch betontechnologische Anpassungen Rechnung getragen werden. Daher gibt es keine Einschränkungen im Hinblick auf Sichtbetonqualitäten sowie die Einbaubarkeit und Verarbeitung von R-Beton auf der Baustelle.

Grundsätzlich sollte die recycelte Gesteinskörnung einen möglichst hohen Anteil Betonabbruch enthalten, um eine hinreichend große Druckfestigkeit des R-Betons sicherzustellen. Dazu gibt es national unterschiedliche Vorgaben. In Deutschland beispielsweise werden in der Praxis zwei unterschiedliche Sorten RC-Gesteinskörnung verwendet: Betonsplitt (Typ 1) muss zu mindestens 90 Prozent aus reinem Betonabbruch bestehen und darf zu höchstens 10 Prozent Reste von Ziegeln, Kalksandstein u.Ä. enthalten. Bei Bauwerkssplitt (Typ 2) darf der Mauerwerksanteil bis zu 30 Prozent betragen.

Bauschutt: Recycling versus Downcycling

Ein großer Teil des mineralischen Bauschutts wird schon heute systematisch für unterschiedliche Zwecke wiederverwertet – allerdings überwiegend in einer niedrigeren Qualitätsstufe im Straßen- und Wegebau, z.B. für den Einsatz in ungebundenen Frost- und Tragschichten (Downcycling). Die kreislaufgerechte Nutzung als Zusatzstoff für R-Beton im Hochbau (Recycling) ist in manchen Ländern wie Deutschland derzeit noch eine Ausnahme. Die steigende Zahl der Pilotprojekte mit Recycling-Beton, die ZÜBLIN mit unterschiedlichen Auftraggeber:innen zuletzt realisiert hat (z.B. Factory 56, Sindelfingen, das Landratsamt Esslingen und das Gymnasium Köln Deutz) deutet aber auf eine Trendwende hin.

Gestützt auf ihre Erfahrungen mit R-Beton berät die STRABAG-Gruppe ihre Auftraggeber:innen gezielt und bedarfsgerecht zu den Optionen einer verstärkten Nutzung in der Praxis , um den Wandel zum kreislaufgerechten Bauen mit voranzutreiben.

So auch beim Gymnasium in Köln Deutz und dem angrenzenden Sport- und Bürokomplex, wo auf über 40.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche neue Unterrichtsräume und Sporthallen für 1.000 Schüler:innen sowie Büroflächen entstanden sind. Bei dem Projekt sind 18.000 Kubikmeter Recycling-Beton verbaut. Darin enthalten sind rund 9.000 Tonnen Betonbruch. Auch auf das Äußere kommt es hier an. Auf fast drei Viertel der Innenwände wird der Beton sichtbar (Sichtbetonklasse 3). Das bringt höhere Anforderungen an die Farbgebung mit sich, die die STRABAG-Tochter ZÜBLIN durch die Beigabe von Zuschlagstoffen erfüllt hat. Ein Projekt, das sich sehen lassen kann – optisch und in Hinblick auf nachhaltiges, ressourcenschonendes Bauen. 

Foto des Gymnasiums Köln-Deutz, bei dem Recycling-Beton eingesetzt wurde © Ed. Züblin AG, studiophilippi
Für den Neubau des Gymnasiums Köln-Deutz und des angrenzenden Büro- und Sportkomplexes hat ZÜBLIN 18.000 Kubikmeter Recycling-Beton eingesetzt.
Foto der CO2-neutralten Factory 56 © Mercedes-Benz Group AG
Die CO2-neutrale Fertigungsstätte Factory 56 bei Mercedes-Benz in Sindelfingen wurde von ZÜBLIN schlüsselfertig errichtet. Die Fassade des Kopfbaus besteht aus Recycling-Beton.